Der Markt für Wulst-, Diagonal- und Weißwandreifen bietet eine wesentlich geringere Auswahl als das Reifensegment für moderne Fahrzeuge. Dementsprechend aufwendig gestaltet sich zumeist die Reifensuche für Oldtimerbesitzer. Zwar bieten Hersteller wie Michelin, BF Goodrich oder Firestone zahlreichen Vintage-Reifenmodelle an, zumeist jedoch ist die Größenpalette stark eingeschränkt. Autobesitzer, die das passende Format nicht finden, lassen ihre Fahrzeuge dann häufig umrüsten – und zwar zu teuren Preisen. Wer seine Reifen jedoch gut pflegt, kann deren Lebensdauer signifikant erhöhen, und damit einer kostspieligen Umrüstung vorbeugen.

Reifendruck regelmäßig kontrollieren

Ein wichtiges Kriterium für die Verschleißfestigkeit von Autoreifen ist der Reifendruck. Vor allem ein zu geringer Druck erhöht sowohl den Abrieb als auch den Spritverbrauch. Denn je mehr sich ein Reifen beim Abrollen verformt, desto größer ist die Walkarbeit. Diese wiederum erzeugt Wärme, wodurch sich die Laufflächen schneller abnutzen. Außerdem steigt der Rollwiderstand, woraus ein erhöhter Kraftstoffverbrauch resultiert.

Autobesitzer sollten daher regelmäßig den Reifenluftdruck entsprechend der Betriebsanleitung des Fahrzeugs anpassen. Parallel dazu veröffentlichen auch viele Reifenhersteller umfangreiche Reifendrucktabellen, welche die empfohlenen Werte für zahlreiche Fahrzeugmodelle auflisten.

Insbesondere im Winter sorgen die tageszeitlich bedingten Temperaturschwankungen schnell zu einem unbemerkten Druckverlust. Der ADAC empfiehlt daher, die Luftdruck-Messungen während der kalten Jahreszeit wöchentlich vorzunehmen. Im Sommer sollten die Kontrollen mindestens alle 14 Tage durchgeführt werden.

Reifen richtig überwintern

Wer sein Auto als Saisonfahrzeug nutzt und im Winter einmottet, sollte auch hier den Reifen besondere Aufmerksamkeit schenken. Es empfiehlt sich, den Druck auf mindestens 3 Bar zu erhöhen, damit die Pneus sich nicht verformen. Zudem ist es sinnvoll, das Auto aufzubocken. Existiert eine solche Möglichkeit nicht, sollte das Fahrzeug einmal im Monat ein wenig bewegt werden.

Noch besser ist es, einen Satz alter Reifen für die Überwinterung zu montieren. Die abmontierten Räder sollten dann entweder stehend (bei Reifen ohne Felgen) oder liegend übereinandergestapelt (bei Kompletträdern) aufbewahrt werden. Reifen ohne Felgen sind zudem alle paar Wochen um eine viertel Umdrehung zu bewegen. Grundsätzlich ist es wichtig, dass der Lagerplatz frei von Öl, Fett oder Lösungsmitteln ist und die Reifen keinem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind.

Profiltiefe und Reifenalter

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erreicht jeder Reifen einmal sein Lebensende. Zumeist geschieht dies aufgrund der zu geringen Profiltiefe oder im Zuge von Altersschwäche. Die Mindestprofiltiefe von Autoreifen beträgt laut Straßenverkehrsordnung 1,6 Millimeter. Häufig jedoch weisen gerade Oldtimerreifen schon vorher Risse oder andere Schäden an den Flanken oder Laufflächen auf. Sowohl eine mangelnde Pflege als auch die unsachgemäße Montage sind häufige Ursachen. Für den Reifenwechsel sollte daher stets ein Fachmann zurate gezogen werden, da gerade die Montage älterer Reifensysteme wie Diagonalreifen (sind ausschließlich mit eingelegtem Schlauch zu verwenden) und Wulstreifen (müssen stets von Hand aufgezogen werden) professionelles Know-how voraussetzen.

Passende Reifenmodelle lassen sich dann am leichtesten online finden, da hier die Produktauswahl wesentlich größer ist als beim Händler an der Ecke. Der französische Hersteller Michelin beispielsweise produziert jährlich mehr als 100.000 Fabrikate speziell für Old- und Youngtimer. Nicht umsonst wählten die Leser der Zeitschrift „Motor Klassik“ die Marke Michelin viermal in Folge zur „Best Brand“ im Bereich der Oldtimerbereifung. Neben Diagonal- und Wulstreifen lassen sich auch neue Reifenmodelle wie der Michelin Primacy HP oder der Michelin Energy Saver nutzen. Der Energy Saver beispielsweise ist auch als Vintage-Weißwandausführung erhältlich. Der Primacy HP dagegen wurde speziell für den Einsatz auf Luxus- und Oberklassefahrzeugen entwickelt, und ist daher auch in den großen Formaten verfügbar, die zumeist für die schwergewichtigen Fahrzeuge von Rolly Royce, Bentley und Co. benötigt werden.